Nova Scotia Duck Tolling Retriever
der kleinste Hund aller Retrieverrassen mit dem langen Namen und sein Wesen:
Er ist ein mittelgroßer, kraftvoller,
kompakter, harmonischer und gut bemuskelter Hund. Die Knochensubstanz ist mittel
bis kräftig, mit einem hohen Maß von Flinkheit, Wachsamkeit und Entschlossenheit.
Viele Toller zeigen einen etwas traurigen Ausdruck bis sie an die Arbeit gehen,
dann wechselt ihr Aussehen zu intensiver Konzentration und Erregung. Seine Heimat
ist Kanada, er stammt aber ursprünglich aus dem schottischen Hochland.
Nova Scotia hieß früher
Acadia und war französisch besiedeltes Gebiet. Im großen englisch-französischen
Krieg wurden die französischen Siedler und Schotten aus dem Hochland, aus
Acadia vertrieben.
Sie konnten dort nicht mehr leben, weil die Clan-Herren die intensive Schafzucht
einführten und dadurch vielen "Hochländern" die Existenzgrundlage
nahmen. Diese wurden nach Kanada, nach Nova Scotia ausgesiedelt. Die aus dem
Gebiet vertriebenen Franzosen siedelten sich im Süden, in Louisiana (Dixieland)
an und prägen bis heute den Charakter dieser Region. Toller haben sie nicht
nach
Louisiana mitgebracht, weil sie die Rasse nicht kannten. Toller sind erst von
den aus Schottland nachrückenden Schotten nach Nova Scotia eingeführt
und als Gebrauchshunde heimisch geworden. Der Toller wurde gezüchtet, um
Wasserwild anzulocken und es zu apportieren.
Er rennt, springt und spielt entlang des Uferrandes und kann dabei von einer
Entenschar uneingeschränkt beobachtet werden. Manchmal verschwindet er
aus der Sicht, um schnell wieder zu erscheinen. Hierbei wird er von dem Jäger
aus dessen Versteck unterstützt, der dem Hund kleine Stöcke oder Bälle
zuwirft. Diese spielerische Aktion erweckt die Neugier der Enten, die in einiger
Entfernung von der Küste schwimmen; sie werden somit in die Reichweite
der Flintengeschosse gelockt. Der Toller wird dann zum Apportieren der toten
oder angeschossenen Vögel geschickt.
Der Toller wurde erst 1945 als Rasse anerkannt und war 1956 fast ausgestorben.
Sechsunddreißig Jahre danach (1981), übernahm ihn die Federation
Cynologique Internationale (FCI). Er ist ein intelligenter "kerniger",
sehr flinker Hund. Er ist fröhlich im Umgang, sehr gelehrig und folgsam.
Er steht hoch im Temperament, kann missgestimmt und stur, gefühlvoll und
zäh, muffelig, reserviert und anhänglich sein. Er zeigt sehr viel
Arbeitsfreude. Diese gegensätzlichen Eigenschaften könnte man unter
dem Oberbegriff "schottischer Familiensinn" zusammenfassen. Er benimmt
sich wie ein typischer Schotte. Er hat viel Familiensinn,
der Fremden gegenüber kühl verborgen wird. Wer von einem Toller einmal
akzeptiert wurde, der gehört dann zu seinem Clan. Als starker und befähigter
Schwimmer ist er ein talentierter und verlässlicher Apportierer zu Wasser
und zu Land. Jederzeit bereit schwungvoll zu agieren, sobald auch nur das geringste
Anzeichen zur Notwendigkeit des Apportierens gegeben ist. Sein ausgeprägter
Apportiersinn und sein Spieltrieb sind die unentbehrlichen Grundlagen für
seine Lockfähigkeit.
Man kann gut mit ihm zusammenarbeiten. Er ist fröhlich und temperamentvoll
und will es recht machen. Er ist dabei feinfühlig, anhänglich oder
weit schweifend, mal gehorsam, mal übermütig, was von der jeweiligen
Situation abhängt.
Für seine speziellen Freunde in seinem Clan ist er ein guter Gedankenleser
und spiegelt die wechselnden Stimmungen seines Herrn mit verblüffender
Anpassungsfähigkeit. Fremden gegenüber ist der Toller eher reserviert
und auf Abstand bedacht: stur und uninteressiert. Obwohl er nicht zum Beißen
neigt, ist er bei seinem angeborenen Misstrauen ein guter, leicht bellender
Wachhund; wenn nötig, wird er mit "schottischer" Sturheit sein
Terrain wirkungsvoll verteidigen. Der Toller kann in einer Atmosphäre gegenseitigen
Respekts, Aufmerksamkeit und Zuneigung auf Kommandos arbeiten und ist damit
ein echter Retriever. Mache viel mit ihm und er wird
viel für Dich tun. Mache nichts mit ihm und er wird nichts machen. Der
Toller braucht Familienanschluss und ist nicht für den Zwinger geeignet,
hier würde er verkümmern. Er braucht eine unternehmungslustige Familie,
viel Bewegung und Beschäftigung.
Er ist außer seinen jagdlichen Fähigkeiten vielseitig einsetzbar.
Man kann Breitensport, Agility oder auch Flyball mit ihm betreiben. Anderen
Tieren gegenüber ist er freundlich und aufgeschlossen.
Offizieller
FCI - Standard